Wohnmobilreise Richtung Norden
Von den Rosenheim Cops bis zu den Kasematten Luxemburgs
Unsere Wohnmobilreise Richtung Norden beginnt! Begleitet uns auf der ersten Etappe von unserer Heimatstadt Graz durch Bayern, entlang der Mosel bis nach Luxemburg. Wir entdecken Drehorte berühmter Serien, mittelalterliche Gassen und römische Weltkulturerbe-Stätten.
Eines vorweg: Bei unserer Tourenplanung achten wir darauf, die Etappen nicht zu lang zu gestalten. Der Weg ist das Ziel, und Deutschland sowie seine Nachbarn haben so viel Historisches zu bieten, dass wir diesmal gezielt die „alten Städte“ ansteuern.
Rosenheim
Auf den Spuren der „Rosenheim Cops“
Unser erster Stopp führte uns ins malerische Oberbayern. Rosenheim liegt direkt im Inntal und besticht durch ein südländisches Flair, das man so nah an den Alpen kaum erwartet.
Bekannt ist die Stadt vor allem durch die ZDF-Serie „Die Rosenheim Cops“. Wer kennt sie nicht, die „Frau Stockl“, die mit den Worten „Es gaabat a Leich“ die Kommissare zum Tatort schickt. Sie ermitteln dort, wo andere Urlaub machen. Ein Besuch des Rathauses ist Pflicht, denn in der Serie dient es als Polizeipräsidium. Doch Rosenheim ist mehr als eine Filmkulisse.
Die wesentlichen Highlights
Das Stadtbild
Das Herzstück ist der Max-Josefs-Platz, ein großzügiger Marktplatz im Inn-Salzach-Stil mit prächtigen Fassaden, Arkaden und dem historischen Mittertor, dem letzten erhaltenen Stadttor.
Kultur und Ausstellungen
Überregional bekannt ist der Lokschuppen, ein preisgekröntes Ausstellungszentrum in einem ehemaligen Lokomotivdepot, sowie die Städtische Galerie für zeitgenössische Kunst.
Natur und Freizeit
Die Stadt besticht durch ihre Lage am Zusammenfluss von Mangfall und Inn sowie durch den Riedergarten und das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau, das heute als weitläufige Erholungsfläche dient.
Zusammenfassend ist Rosenheim eine Stadt, die vor allem durch ihre historische Architektur, ihre Rolle als bedeutender Kulturstandort im Chiemgau und das Panorama der nahen Alpen besticht.
Unser Stellplatz-Tipp
Wir standen beim „Kirchenwirt“ in Pang (N47˚ 49’ 31” E12˚ 5’ 50”), den wir über die Applikation „Park4Night“ gefunden haben. Der Wirt ist selbst ein begnadeter Camper und daher kann man auch auf seinem Parkplatz übernachten. Dass man bei ihm die bayrische Küche genießt, versteht sich wohl von selbst. Außerdem besticht der Kirchenwirt durch drei Begriffe: „Frisch – Regional – Herzlich“. Von dort aus erreicht man das Zentrum von Rosenheim mühelos über das gut ausgebaute Fahrradnetz.
Dinkelsbühl – ein Zwischenstopp der sich lohnte
Auf dem Weg nach Rothenburg ob der Tauber, sahen wir ein Ortsschild mit dem Hinweis auf ein UNESCO Weltkulturerbe. Also legten wir einen Zwischenstopp ein. Dinkelsbühl gilt als eine der am besten erhaltenen spätmittelalterlichen Städte Deutschlands und besticht durch ein nahezu lückenlos geschlossenes Stadtbild.
Die wichtigsten Merkmale kompakt zusammengefasst
Die Stadtbefestigung
Eine vollständig erhaltene Stadtmauer mit 18 Türmen und vier markanten Toren umschließt die gesamte Altstadt.
Das Münster St. Georg
Eine der bedeutendsten spätgotischen Hallenkirchen Süddeutschlands, die das Zentrum der Stadt dominiert.
Das Weinmarkt-Ensemble
Ein prachtvoller Platz, gesäumt von imposanten Patrizierhäusern und farbenfrohen Fachwerkbauten wie dem „Deutschen Haus“.
Historisches Flair
Die verwinkelten Gassen und das Fehlen moderner Brüche lassen die Stadt wie eine Zeitkapsel wirken, was sie zu einem Herzstück der Romantischen Straße macht.
Kurz gesagt
Dinkelsbühl ist ein lebendiges Denkmal, das durch seine architektonische Einheit und seinen mittelalterlichen Charme beeindruckt.
Rothenburg ob der Tauber
Mittelalter pur
Weiter ging es nach Mittelfranken. Wer eine Wohnmobilreise durch Bayern macht, kommt an Rothenburg ob der Tauber nicht vorbei.
Die Stadt lässt sich am besten als begehbares Denkmal des Mittelalters beschreiben, das weltweit für seine beinahe lückenlos erhaltene Altstadt bekannt ist.
Die markantesten Merkmale
Das Stadtbild
Geprägt von einer begehbaren Stadtbefestigung, engen Kopfsteinpflastergassen und prächtigen Fachwerkhäusern, die das Flair vergangener Jahrhunderte konservieren.
Wichtige Wahrzeichen
Das berühmte Plönlein (das wohl meistfotografierte Fachwerk-Ensemble Deutschlands), das imposante Renaissance-Rathaus und die St.-Jakobs-Kirche mit dem Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider.
Kulturelle Besonderheiten
Neben dem Kriminalmuseum und dem Deutschen Weihnachtsmuseum ist die Stadt für ihre „Schneeballen“ (ein mürbes Gebäck) und die historische Figur des Alt-Rothenburger Nachtwächters berühmt.
Kurz gesagt
Es ist ein Ort, an dem die Zeit scheinbar stehen geblieben ist, was ihn zu einem der bedeutendsten Symbole der deutschen Romantik macht.
Unsere Campingplatz-Empfehlung
Campingplatz Tauberromantik (N49˚ 23’ 15” E10˚ 9’ 59”). Ein idealer Ausgangspunkt, um mit den E-Bikes über den Taubertalweg flussaufwärts zuerst die Doppelbrücke und weiter die historische Stadtmauer zu erkunden. Die beeindruckende Altstadt lässt sich aber auch – ausgehend vom Campingplatz – gut zu Fuß erreichen.
Trier an der Mosel
Das „Zweite Rom“
Unsere Reise führte uns weiter westlich zur ältesten Stadt Deutschlands. Als „Roma Secunda“ war Trier einst eine der wichtigsten Metropolen des Römischen Reiches. Heute ist die Stadt ein einziges Freilichtmuseum und UNESCO-Welterbe.
Als Ausgangspunktwählten wir diesmal den „Campingplatz Treviris“ (N49˚ 44’ 40” E6˚ 37’ 29”). Direkt angrenzend befindet sich auch der „Reisemobilpark Treviris“, falls man es etwas kompakter mag und wenn einem der Lärm der „Adenauer Brücke“ nicht stört.
Wir starteten mit den E-Bike – ausgehend vom Campingplatz Treviris – die Sightseeingtour zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Trier:
Porta Nigra
Ein monumentales, ehemaliges römisches Stadttor aus dem 2. Jahrhundert, das heute als das am besten erhaltene antike Bauwerk seiner Art nördlich der Alpen gilt.
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Verwitterung: Das Tor wurde aus hellem Kordeler Sandstein erbaut. Über die Jahrhunderte reagierte der im Stein enthaltene Eisenanteil mit dem Regen und der Luft.
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Patina-Bildung: Durch diese chemischen Prozesse und die Ablagerung von Ruß und Schmutz bildete sich eine dunkle Schicht (Patina), die den hellen Stein fast vollständig schwarz färbte.
Kaiserthermen & Amphitheater
Die Kaiserthermen beeindrucken als eine der größten römischen Badeanlagen ihrer Zeit. Die monumentalen Mauerreste und weitläufige unterirdische Gänge zeigen heute noch die luxuriöse Lebensweise der Spätantike.
Das nahegelegene Amphitheater diente einst als Schauplatz für blutige Gladiatorenkämpfe sowie Tierhetzen. Die gut erhaltenen Kellergewölbe geben einen faszinierenden Einblick in die antike Unterhaltungskultur.
Trierer Dom
Der Trierer Dom St. Peter ist die älteste Bischofskirche Deutschlands und fasziniert als monumentales Meisterwerk durch sein Zusammenspiel aus römischem Mauerkern, romanischer Architektur und kostbaren Schätzen aus über 1700 Jahren Geschichte.
Konstantin-Basilika
Der prunkvolle Thronsaal (ohne Stützpfeiler) Kaiser Konstantins des Großen, beeindruckt heute als evangelische Kirche durch ihre gewaltige Dimension und ist der größte einzelraumartige Hallenbau der Antike, der noch vollständig erhalten ist.
Luxemburg
Die Festungsstadt auf den Felsen
Wir verließen Deutschland und steuerten das Großherzogtum Luxemburg an. Trotz seiner geringen Größe ist das Land als EU-Sitz und Finanzzentrum von enormer Bedeutung. Besonders die Hauptstadt Luxemburg-Stadt hat uns mit ihrer spektakulären Topografie beeindruckt.
Luxemburg-Stadt lässt sich als faszinierende Symbiose aus Festungsgeschichte und modernem europäischem Zentrum beschreiben, die durch ihre dramatische Topografie besticht. Besonders aufgefallen ist uns, die Sauberkeit der Stadt. Überall wo wir uns bewegten, und wir bewegten uns viel, sowohl in der Oberstadt als auch im sogenannten „Grund“, es war alles sauber. Und was uns noch aufgefallen ist, es gab kaum beschmierte Wände.
Zusammenfassend kann man sagen: Es ist ein Zusammenspiel aus „Zuckerbrot und Peitsche“ – die Stadt bietet eine exzellente Infrastruktur (viele Mülleimer, schnelle Reinigung), verlangt aber gleichzeitig per Gesetz, dass jeder Bürger seinen Teil vor der eigenen Haustür beiträgt.
Die wesentlichen Highlights
Die Geografie
Die Stadt liegt auf verschiedenen Ebenen, wobei die Oberstadt spektakulär über den tiefen Tälern der Alzette und der Pétrusse thront, die durch massive Brücken wie die Adolphe-Brücke verbunden sind.
Das historische Erbe
Die als UNESCO-Welterbe ausgezeichneten Kasematten (unterirdische Verteidigungsgänge) und der „Chemin de la Corniche“, der oft als der „schönste Balkon Europas“ bezeichnet wird, prägen das alte Stadtbild.
Politik und Moderne
Als einer der Sitze der EU-Institutionen bietet das Viertel Kirchberg eine futuristische Architektur, die einen scharfen Kontrast zum großherzoglichen Palais in der Altstadt bildet.
Zusammenfassend ist es eine Stadt der Gegensätze, in der mittelalterliche Ruinen und gläserne Bankentürme in einem grünen, tief zerklüfteten Tal direkt aufeinandertreffen.
Unser Campingplatz-Tipp
Camping Kockelscheuer (N49˚ 34’ 20” E6˚ 6’ 28”). Von hier aus gelangt man perfekt mit dem E-Bike entlang des Tales der Alzette zum beeindruckenden Panoramalift (71 m), der einen samt Bike in die Oberstadt befördert. Von dort aus geht es auch zum futuristischen Kirchberg-Plateau.
Unser Fazit & Ausblick
Der Start unserer Nord-Tour war geprägt von Geschichte, Kultur und herrlicher Natur. Von der bayrischen Gemütlichkeit bis zum internationalen Flair in Luxemburg war alles dabei.
Wie geht es weiter?
Unser nächstes Ziel liegt in Belgien. Wir werden die Diamantenstadt Antwerpen erkunden. Seid gespannt auf den nächsten Wochenbericht hier auf Peppo on Tour!
Unser Highlight der Woche
Bei so vielen Eindrücken, die wir in dieser 1. Reisewoche gewinnen durften, ist es schwierig den Höhepunkt der Woche zu bestimmen, denn jede Stadt und jede Stätte hat was Besonderes.
Unser Highlight der Woche? Eine Hauptstadt, die ihren Gästen den roten Teppich ausrollt. Auch wenn wir unsere E-Bikes benützten, gleitet man in Luxemburg Stadt mit dem kostenlosen Nahverkehr völlig stressfrei von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Ob eine Fahrt mit dem spektakulären Panorama-Aufzug oder der Blick von der „Corniche“ – dem schönsten Balkon Europas: Hier wird Luxus für jeden Reisenden greifbar und unkompliziert. Luxemburg-Stadt ist nicht einfach nur sauber und geordnet, sie ist eine architektonische Meisterleistung der Natur und der Geschichte zugleich.

Großherzogin Charlotte Brücke
Leistungsübersicht
Gefahrene Kilometer
Von Graz nach Rosenheim: 354 km
Von Rosenheim nach Rothenburg an der Tauber: 286 km
Von Rothenburg an der Tauber nach Trier: 345 km
Von Trier nach Luxemburg Stadt: 60 km
Gesamt bisher: 1.045 km
Camping- bzw. Stellplätze und deren Preise
Stellplatz beim Kirchenwirt: „Gratis“ – aber fairerweise geht man dort auch vorzüglich Essen
Campingplatz Tauberromantik: € 71,75 inkl. Strom
Camping Treviris: € 68,00 inkl. Strom
Camping Kockelscheuer: € 62,00 inkl. Strom
Treibstoffpreise Diesel je Liter
Österreich: € 1.90
Deutschland: € 2.09
Luxemburg: € 1.79















































































Wie immer ein beeindruckender Reisebericht ihr macht das super.Tolle Aufnahmen und Berichte . l.h.g.die Wasylyks.
Hallo Doris und Werner! Vielen Dank, dass ihr uns folgt. LG zurzeit aus Antwerpen
Servus ihr Zwei! Vielen Dank für den wunderbaren Reisebericht samt den eindrucksvollen Fotos. Da bekommt man beim Lesen direkt Lust auf die Reise „ins Mittelalter“. Wir wünschen euch eine schöne Weiterreise und freuen uns schon auf den nächsten Reisebericht. Herzliche Grüße aus Saalfelden 🙂
Hallo Hildegard und Walter! Vielen Dank, dass ihr uns wieder folgt. LG zurzeit aus Antwerpen
Wir folgen Euch beiden wie immer! Viel Spaß und eine schöne Zeit!
Liebe Grüße Veli und Gerhard
Servus Veli und Gerhard! Vielen herzlichen Dank, dass ihr uns wieder begleitet. LG Manuela&Othmar
Guten Morgen!
Bei eurer Reise werden Erinnerungen wach. Wir wünschen euch noch eine tolle Reise. Kommt vor allem gesund zurück!
Liebe Grüße Monika und Paul!
Servus Paul und Monika! Vielen Dank für Dein Feedback. LG aus Antwerpen
Guten Morgen in den Norden!
da die Zulassungsstelle meinen DIY Ducato vorläufig aus dem Rennen genommen hat, geniesse ich den Reisebericht umso mehr.
ich wünsche Euch noch einen schönen und unfallfreien Verlauf der Reise.
Lg aus Bruck
Servus Franz! Vielen Dank für Dein Feedback. Ich hoffe wir sehen uns beim nächsten Stammtisch. LG zurzeit aus Antwerpen
Wieder viele schöne Bilder und wissenswerte Beschreibungen.
GLG Ursl +
Hallo Ursl und Edmund! Danke für eure Rückmeldung. LG zurzeit aus Antwerpen
Bin immer wieder begeistert von deinen Berichten. Man merkt deine berufliche Herkunft.
Liebe Grüße Christian
Servus Christian! Vielen Dank für Dein Feedback. LG zurzeit aus Antwerpen.
Schöne Fotos und tolle Einblicke von eurer Reise. Immer wieder spannend, deine Berichte.
Liebe Grüße aus dem Lungau
Helmut und Maria
Hallo Maria und Helmut! Vielen Dank für die Rückmeldung. LG zurzeit aus Antwerpen
Super Bericht tolle Bilder gute Reise
Servus Arthur! Vielen Dank für Deine Rückmeldung. LG zurzeit aus Antwerpen
Ein super Reisebericht mit vielen Informativen Beschreibungen und tollen Fotos !
Servus Leo! Vielen herzlichen Dank für Dein Feedback. LG Othmar&Manuela
Hallo Othmar und Manuela, habe gerade die aufgelisteten Treibstoffpreise gesehen. In Germany nicht ohne. Österreich du hast es besser. Der Treibstoffpreis in Österreich wird durch die im letzten Moment verlängerte Spritbremsbremse enorm gesenkt. Ab 01.05 gleich um 7 Cent, ab Mitte Mai dann 4,5 Cent weniger. Leider ereilt Euch nun ein wirklicher Schicksalsschlag. Durch Eure Abwesenheit seid Ihr vom über die Autofahrer hereinbrechenden Reichtum ausgeschlossen. Manche trifft es wirklich hart, wenn uns der Staat so überaus reich beschenkt.
Hoffe, dass Ihr trotz des schweren Schicksalsschlages Eure Tour noch genießen könnt. Bin jedoch zuversichtlich, da Ihr beide hart im Nehmen seid.
Alles Gute und herzliche Grüße aus Linz, Franz P.