…ein Zitat vom US-amerikanischen Schriftsteller Paul Theroux und passend zu den vorbereitenden Maßnahmen für das Einwintern unserer Wohnmobile. Mit Beginn der Winterzeit werden nicht nur die Uhren umgestellt sondern auch so manche Wohnmobile eingestellt. Dazu bedarf es allerdings einiger Vorarbeiten, um Frost- oder Folgeschäden durch Feuchtigkeit (z.B. Schimmel) und extremer Kälte zu vermeiden. Je weniger sorgfältig man während der Saison mit seinem Wohnmobil umgeht, desto größer ist der Arbeitsaufwand die „mobile Wohnung“ einzuwintern. Der Begriff „mobile Wohnung“ trifft genau den Kern, denn beim Wohnmobil gehören neben dem Basisfahrzeug auch eine Menge andere Bereiche – analog einer Wohnung – im Innen- und Außenbereich die entsprechend gepflegt und gewartet werden müssen. Dazu zählen unter anderem:

1. Die gründliche Außen- und Innenreinigung des Wohnmobils

Wer auch während der Saison sein Fahrzeug analog einer Wohnung immer pflegt, hat nach der letzten Ausfahrt nicht mehr so einen erheblichen Arbeitsaufwand. Trotzdem muss das Wohnmobil nach der letzten Ausfahrt außen gründlich gereinigt und eventuell mit Pflegemittel behandelt werden. Dazu zählt, dass das Wohnmobil nach der Fahrzeugwäsche auch mit einem Wachs oder bei Bedarf mit einer Politur eingelassen wird. Alle Dichtungen am Basisfahrzeug und am Aufbau gehören kontrolliert und mit einem Silikonspray oder Fett behandelt. Nicht nur die Heckgarage sondern auch alle anderen von außen zugänglichen Bereiche wie z.B. die Aufnahme der Gasflaschen, Belüftungsbereiche Kühlschrank, Aufnahmefach der WC-Box oder Wasser- und Stromversorgungsräume müssen kontrolliert und gereinigt werden. Auch wenn nicht immer sichtbar, darf der Bereich des Daches inkl. aller Dachluken und Aufbauten nicht vergessen werden. Bei dieser Gelegenheit sollte auch die Markise ganz geöffnet, gereinigt und im trockenen Zustand wieder eingerollt werden. Ebenso schwer sichtbar aber wichtig zu kontrollieren ist der Unterboden. Auf alle Fälle empfiehlt sich ein fachmännisch angebrachter Unterbodenschutz.

Die Reinigung des Innenbereiches ist mit der Säuberung einer Wohnung gleichzusetzen. Neben der Belüftung sollten vor dem Einwintern alle Fächer, Schränke, Kästchen und Laden ausgeräumt und gereinigt werden. Bei dieser Gelegenheit kontrolliert man nicht nur die Funktionalität sondern entfernt z.B. auch die verderblichen und für Mäuse und anderes Ungeziefer anlockenden Lebensmittel. Vor dem Einstellen des Wohnmobils sollte für ausreichende Belüftung gesorgt werden. Dazu empfiehlt es sich, die Schränke, Kästchen und Laden sowie den Kühlschrank und auch den Zugang zur Nasszelle geöffnet zu lassen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert die Matratzen aufzustellen um so für eine ausreichende Belüftung zu sorgen.

 

2. Die Nachbereitung der Wasserversorgung

Ein sehr wichtiger Punkt beim Einwintern ist die Nachbereitung der Wasserversorgung. Dazu zählen neben dem Frischwasser- und Abwassertank vor allem auch alle Wasserleitungen bis hin zu den Entnahmestellen. Sollte hier nachlässig gearbeitet werden, kann das in Folge von Frost zu erheblichen und kostenintensiven Schäden führen. Daher ist es unbedingt notwendig, dass sowohl der Wasserboiler als auch die Wasserleitungen vollständig entleert sind. Dazu empfiehlt es sich, aller Wasserhähne (Waschbecken und Dusche) zu öffnen und die Pumpe (Achtung kein Leerlauf) einzuschalten. Nicht zu vergessen die WC-Spülung zu betätigen, damit auch wirklich alle Wasserleitungen frei von Restwasser sind. Die Wasserhähne sollten in Mittelstellung geöffnet bleiben und abschließend sind der Frischwasser- und Abwassertank zu reinigen und vollständig zu entleeren.

 

 

 

3. Toilette reinigen und Toilettenkassette leeren

Wenn man im Frühjahr keine unangenehme Überraschung erleben möchte sollte man unbedingt daran denken der WC-Anlage eine intensive Pflege zukommen zu lassen. Dazu gehört neben der Entleerung der WC-Box auch die Reinigung mit entsprechenden Pflegemitteln.

 

4. Elektrische Anlage

Im Winter vor allem bei tiefen Temperaturen kann es schon vorkommen, dass sich sowohl die Aufbau- als auch die Fahrzeugbatterie entlädt. Um dem vorzubeugen sollten beide Batterien vor dem Einwintern vollständig aufgeladen, alle Verbraucher (auch Kleinverbraucher) abgeschaltet und das Wohnmobil mittels Hauptschalter stromlos gemacht werden. Idealerweise sollten die Batterien alle 6-8 Wochen wenn möglich vor Ort oder bei einer Ladestation nachgeladen werden. Damit wäre auch sichergestellt, dass das Wohnmobil regelmäßig bewegt wird.

5. Basisfahrzeug winterfest machen

Wie schon Eingangs erwähnt ist ein Wohnmobil mit einer „mobilen Wohnung“ vergleichbar. Nachdem nun der Aufbauteil winterfit gemacht wurde, muss jetzt der mobile Teil – das Basisfahrzeug – winterfest gemacht werden. Dazu gehört unter anderem: den Reifendruck auf den zulässigen Maximaldruck zu erhöhen oder falls vorhanden das Wohnmobil auf seine Stützen aufzubocken. Vor dem Einwintern sollte das Basisfahrzeug unbedingt vollgetankt werden, denn ein voller Tank verhindert Kondenswasser im Kraftstofftank. Die Scheibenwaschanlage und Kühlwasser frostsicher zu machen und die Handbremse zu lösen, denn eine angezogene Handbremse neigt dazu anzurosten.

6. Wohnmobil vor Witterung schützen

Wohnmobile sind für den Betrieb im Freien gebaut und halten so mancher Witterung stand. Trotzdem sollte das Wohnmobil bei längeren Standphasen im Winter so gut wie möglich vor Eis und Kälte geschützt werden. Ideal wäre eine Halle oder zumindest ein Carport, aber mit einer luftdurchlässigen Plane kann auch Abhilfe geschaffen werden.

7. Regelmäßige Kontrollen

Wie schon genannt sollten alle 6-8 Wochen die Batterien gescheckt werden. Bei dieser Gelegenheit wäre es empfehlenswert das Fahrzeug zu bewegen und ausreichend durchzulüften.

 

8. Wohnmobil-Zubehör

Der Jahreswechsel ist auch die Zeit wo die neuen Kataloge der Campingausstatter auf den Markt kommen. Beim Durchblättern kann man sich gleich Gedanken darüber machen welches Zubehör ersetzt bzw. welches Material nachbeschafft werden muss.

9. Vorbereitung auf die kommende Saison

Sicher macht man sich im Winter schon Gedanken wo die nächste Reise hingeht. Man beginnt bereits mit einer Routenplanung und reserviert schon Campingplätze (leider „in Zeiten wie diesen“ immer öfter notwendig). Stichwort reservieren: Nicht zu vergessen, dass auch Termine in der Werkstätte für TÜV, Dichtheitsüberprüfung, Gasprüfung, Service etc. anstehen könnten.

10. Fazit

Mit einer sorgfältigen Nachbereitung ist zwar ein gewisser Arbeitsaufwand verbunden aber sie ist auch zugleich die Grundlage für eine gute Vorbereitung. Wenn man diesen Grundsatz auch während der Saison einhält, fällt beim Einwintern nicht mehr so viel Arbeit an. Die regelmäßigen Kontrollen sind auch die Basis für einen problemlosen Start in die nächste Saison.

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